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Ausstellung zur bayerischen Genossenschaftsgeschichte

Kurz notiert: Das Niederbayerische Landwirtschaftsmuseum in Regen präsentiert vom 1. Juli bis zum 10. September 2017 die Sonderausstellung „Ein Gewinn für alle. Bilder und Dokumente zur Genossenschaftsgeschichte“. Die Schau zeichnet die Entwicklung der Genossenschaftsbewegung in Bayern nach und will den Besuchern die Bedeutung der genossenschaftlichen Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung nahe bringen.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen und die ländlichen Genossenschaften

Die Wurzeln der Raiffeisen’schen Genossenschaften reichen zurück bis in den Westerwald zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Dort sah sich der noch junge Bürgermeister Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit den Problemen der oftmals mittellosen Landbevölkerung konfrontiert. Bei Missernten oder verendetem Vieh suchten viele Bauern ihr Heil bei Wucherern, die ihnen zu ernormen Zinsraten Geld liehen. Konnten die Bauern das Geld nicht zurückzahlen, drohte ihnen die Zwangsversteigerung der Höfe. Wie Hermann Schulze-Delitzsch in der Stadt setzte Raiffeisen auf dem Land auf regionale Zusammenschlüsse der Dorfbewohner – wobei er infolge seines von christlichen Werten geprägten Lebensbildes die Faktoren Christenpflicht und Nächstenliebe wesentlich stärker betonte.