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Fundstück im Archiv

“Krieg!” (Bericht zum Beginn des Ersten Weltkrieges)

In diesen Tagen ist es nun 100 Jahre her, dass in Europa der Erste Weltkrieg begann. Ab 1. August 1914 befand sich auch das Deutsche Reich im Kriegszustand und Kaiser Wilhelm II. rief sein Volk zu den Waffen. Einen Einblick in die damalige deutsche Gemütslage geben die “Blätter für Genossenschaftswesen”. Den Kriegsbeginn kommentierte hier der Anwalt des Allgemeinen Verbandes deutscher Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, Dr. Hans Crüger, beispielsweise wie folgt:

Krieg!

“In dem Augenblick, in dem diese Blätter den Genossenschaften zugehen, hat bereits das Ringen Deutschlands mit seinen Feinden begonnen – ein Kampf, in den Deutschland zwar durch Handlungen des verbündeten Österreich-Ungarn hineingezogen, in dem es sich aber jetzt um sein eigenes Sein oder Nichtsein handelt.

Es wird ein schweres heißes Ringen geben. Unbegrenzt aber ist unser Vertrauen zu Heer und Flotte, in deren Schutz unser Vaterland sich befindet.

Aber auch die, die zu Hause bleiben, haben meist ein schweres verantwortungsvolles Amt zu erfüllen – darunter jene, die die deutsche Volkswirtschaft in schwerer Zeit aufrecht zu erhalten haben. Einen wesentlichen Anteil hieran haben die Verwaltungen der Genossenschaften. Hinter uns liegen bereits Tage schwerer sorgenvoller wirtschaftlicher Arbeit.

Die Männer, die heute an der Spitze der Schulze-Delitzschen Genossenschaften stehen, lernen wohl bis auf vereinzelte Ausnahmen zum ersten Male die Schrecknisse des Kriegszustandes kennen. Und wer auf die Erfahrungen früherer Kriege hinzuweisen in der Lage ist, wird unumwunden zugeben, dass die Verhältnisse andere und schwerere geworden sind.

Mit dem durch die Lage der Verhältnisse gebotenen Ernst, aber auch mit voller Hoffnung blicken wir in die Zukunft. Hoffentlich hat die schwere Stunde ein Geschlecht gefunden, das der großen Aufgabe der Zeit gewachsen ist.”

(Quelle: “Blätter für Genossenschaftswesen”, Nr. 32 vom 8. August 1914, 1. Seite)


(Ende) genossenschaftsgeschichte.info/04.08.2014/mar


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