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Die deutschen Genossenschaften können auf eine lange und spannende Geschichte zurückblicken, von Anfang an geprägt von den Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Bis heute hat das moderne Genossenschaftsmodell in allen Bereichen der Wirtschaft Fuß gefasst. Wie diese Entwicklung mit ihren Erfolgen und Rückschlägen konkret aussah, erfahren Sie auf der folgenden Zeitreise...

Historische Wurzeln

Ein altbekanntes Prinzip

Vormoderne Genossenschaften

Vormoderne Genossenschaften, Zunftzeichen Die heutigen deutschen Genossenschaften können auf eine mehr als 150-jährige Geschichte verweisen. Ihre historischen Grundsteine wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts von Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen gelegt. Doch die beiden Genossenschaftspioniere haben das Konzept nicht erfunden – sondern "nur" eine sehr viel ältere Idee weiterentwickelt. [mehr...]



Die Anfänge der modernen Genossenschaften

Selbsthilfe gegen die Not

Die Wurzeln der modernen Genossenschaftsidee

Bauern im 19. Jahrhundert Im 19. Jahrhundert führten Bauernbefreiung, Industrialisierung und zunehmende Land-Stadt-Migration zu einer Verschärfung des Existenzkampfes auf dem Land und zu einem Niedergang traditioneller Strukturen im Handwerk. Um den sozialen Missständen in der Stadt und auf dem Land zu begegnen, schlossen sich Arbeiter und Landwirte unter anderem zu verschiedenen Genossenschaften zusammen. [mehr...]


Geburt der Volksbanken

Die Genossenschaftsbanken für Handwerk und Gewerbe

Hermann Schulze-Delitzsch, Delitzscher Vorschuss-Verein Während die meisten Wurzeln des modernen Genossenschaftswesens in England und Frankreich liegen, ist der Typ der Kreditgenossenschaft eine originäre deutsche Entwicklung. Wesentlich vorangebracht wurde das Konzept durch den Genossenschaftspionier Hermann Schulze-Delitzsch. Im Mai 1850 rief er den Delitzscher Vorschuss-Verein ins Leben, der als wichtige Keimzelle der heutigen Volksbanken gilt. [mehr...]


Einer für alle, alle für einen

Friedrich Wilhelm Raiffeisen und die ländlichen Genossenschaften

Raiffeisen-Kasse Anzeige von 1938 Die Wurzeln der Raiffeisen'schen Genossenschaften reichen zurück bis in den Westerwald zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Dort sah sich der junge Bürgermeister Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit den Problemen der oft armen Landbevölkerung konfrontiert. Wie Schulze-Delitzsch in der Stadt setzte Raiffeisen auf dem Land auf regionale Zusammenschlüsse der Dorfbewohner – wobei er infolge seines christlichen Glaubens die Faktoren Christenpflicht und Nächstenliebe wesentlich stärker betonte. [mehr...]


Zögerlicher Beginn

Die Anfänge der (modernen) Konsumgenossenschaften

Redliche Pioniere von Rochdale - Erster Laden Auch die Entwicklung der Konsumgenossenschaften nimmt mit dem Einsetzen der Industrialisierung und den damit verbundenen gesellschaftlichen Umwälzungen ihren Anfang. Die meist von Arbeitern und Handwerkern gegründeten Vereine sollten vor allem die Versorgung der unteren Bevölkerungsschichten mit besseren Waren zu günstigeren Preisen verbessern. [mehr...]



Ausbreitung der Genossenschaften

Rasanter Zuwachs

Aufschwung der Genossenschaften 1890-1913

Preußenkasse Berlin Insbesondere die beiden Jahrzehnte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gelten als die große Zeit der Genossenschaftsgründungen. Insgesamt stieg die Zahl der Selbsthilfevereinigungen von gut 5.000 im Jahr 1889 bis auf 48.000 zum 1. Juni 1922. Diese gewaltige Zahl bestand zu drei Vierteln aus landwirtschaftlichen Genossenschaften, innerhalb derer wiederum die 19.269 Ländlichen Spar- und Darlehnskassen dominierten. [mehr...]


Entwicklung in der Weimarer Republik

Genossenschaften zwischen Krieg & großer Inflation

Notgeld-Schein 1923 Kaum war der Erste Weltkrieg überstanden, standen die Genossenschaften vor der nächsten Bewährungsprobe: Um die Kriegsschulden zu bezahlen, warf das Deutsche Reich die Notenpresse an – und nährte damit kräftig die bereits schwelende Inflation. Bis 1923 wurde daraus eine Hyperinflation, die auch so manche Genossenschaft aus der Bahn warf. [mehr...]



Genossenschaften im Nationalsozialismus

Unterm Hakenkreuz

Überblick: Genossenschaften im Nationalsozialismus

Raiffeisen-Feier Neuwied 1938 Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten brach 1933 auch für die Genossenschaften eine schwere Zeit an. Ihr Prinzip der genossenschaftlichen Selbstverwaltung kollidierte mit dem "Führerprinzip". Entsprechend machte die Gleichschaltung nicht vor ihnen Halt. Zudem waren die Genossenschaften – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß – an der Judenverfolgung beteiligt. [mehr...]



Entwicklung in der Bundesrepublik (1945-1989)

Mehr Wettbewerb, weniger Genossenschaften

Überblick: Genossenschaften in der Bonner Republik

KONSUM-Werbeplakat 1954 Verstärkter Wettbewerb, der Trend zur Größe, mehr Mitglieder aber weniger Einzelgenossenschaften insgesamt, eine stärkere Betonung ökonomischer Aspekte, Professionalisierung der Mitarbeiter, Kontroversen über eine Abkehr von der ursprünglichen Genossenschaftsidee – bei der Entwicklung der Genossenschaften Westdeutschland und Westberlin lassen sich bis 1989 einige allgemeine Trends erkennen. [mehr...]



Exkurs: Genossenschaften in der DDR (1945-1989)

Zwischen Selbstverwaltung und Planvorgaben

Überblick: Das Genossenschaftswesen in der DDR

Raiffeisen-Genossenschaft In der Geschichte der modernen Genossenschaften lassen sich immer wieder regional bzw. zeitlich begrenzte Sonderentwicklungen feststellen – wie etwa bei den Genossenschaften in der früheren DDR. Sie mussten sich im Gegensatz zu den Prinzipien der genossenschaftlichen Selbstverwaltung bis 1989 weitestgehend den Vorgaben der sozialistischen Wirtschafts- und Finanzpolitik unterordnen. [mehr...]



Deutsche Genossenschaften ab 1990

Zurück zu den Wurzeln

Ostdeutsche Kreditgenossenschaften nach dem Mauerfall

Altes DDR-Sparbuch VdgB-BHG Die Deutsche Wiedervereinigung bedeutete auch für das Bankwesen der DDR eine weit reichende Anpassung an das bundesdeutsche System. Nach der Einbindung in die sozialistische Planwirtschaft standen die Genossenschaftskassen und Bäuerlichen Handelsgenossenschaften erneut vor einem einschneidenden Transformationsprozess – jetzt wieder hin zu eigenständigen Universalbanken. [mehr...]



Herausforderungen der Zukunft

Neue Studie

Regionalbanken vor großer Krise?

Geldautomat - teuere Infrastruktur Bis 2018 sollen zwei Drittel aller deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen kaum noch konkurrenzfähig sein. Das behauptet zumindest eine aktuelle Studie. Um gegenzusteuern müssen die Banken an ihrer Kostenstruktur schrauben. Dabei geraten auch die kostenintensive Präsenz in der Fläche und die Beratungsqualität in den Fokus – beides Kernelemente des eigenen Geschäftsmodells. [mehr...]